Dem Winter trotzen

In meiner Erinnrung erblühen
Die Bilder, die längst verwittert –
Was ist in deiner Stimme,
Das mich so tief erschüttert?

Sag nicht, dass du mich liebst!
Ich weiß, das Schönste auf Erden,
Der Frühling und die Liebe,
Es muss zuschanden werden.

Sag nicht, dass du mich liebst!
Und küsse nur und schweige,
Und lächle, wenn ich dir morgen
Die welken Rosen zeige.

Heinrich (Christian Johann Heinrich) Heine (1797-1856)

Das Gedicht entstand im Herbst 1830 im Zyklus „Neuer Frühling“.

Der Titel ist bekenntnishaft ud deutet wohl an, dass Heine sich in seinem eigenen dichterischen neuen Frühling für einen politischen Neuanfang sträkt und ermuntert. … Aber die Reimbehandlung ist noch ganz konventionell. Nur das Ende dieser Reihe [zu dem obiges Gedicht gezählt werden darf], weist schon auf die spätere witzige und kühne Reimbehandlung hin.

Vordtriede Werner, in: Heinrich Heine, Werke in drei Bänden, Band I: Gedichte, Anmerkungen, 899.

Es gibt 1 Kommentar/e zu diesem Beitrag
  1. Anita at 13:03

    Lieber Johannes,
    du schafftst es jedes Mal, deine schönen, gelungenen Bilder mit einem stimmungsvollen, dazu passenden Gedicht zu einem neuen aparten Ganzen zu vereinen. Das Ergebnis ist für mich jedes Mal wunderbar schön und tief berührend.
    Danke!

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